Zahnersatz

"Nur beim Säugling gilt Zahnlosigkeit noch als reizend..."

Trotz der heute vielfältigen Möglichkeiten der Vorsorge und Erhaltung der eigenen Zähne kommt es hin und wieder zum Zahnverlust. Jeder Zahnverlust bedeutet jedoch eine entscheidende Verschlechterung in der funktionellen Einheit "Kauorgan"! Dies kann sowohl zu einer Beeinträchtigung der Zerkleinerung der Nahrung, den daraus resultierenden negativen Folgen für den gesamten Verdauungstrakt und den allgemeinen Gesundheitsstatus führen, als auch das Selbstwertgefühl und die Ausstrahlung durch negativen Einfluss auf das Erscheinungsbild ungünstig beeinflussen. Selbst der Verlust nur eines Zahnes kann den Verfall des gesamten Gebisses einleiten.

Aus diesem Grunde ist es wichtig, fehlende Zähne nach deren Verlust schnellstmöglich zu ersetzen. Hierzu stehen uns heute diverse Alternativen zur Verfügung. Hierbei muss man sich aber immer an der speziellen Situation des Einzelfalles orientieren. Es gibt nicht "die eine Lösung" für alle Fälle. Oft ergeben sich aus einer vorgefundenen Situation mehrere Lösungsmöglichkeiten, die sich im Behandlungsaufwand, im Tragekomfort, in der erzielbaren Ästhetik als auch im Kostenaufwand unterscheiden.

Deshalb ist vor jeder Maßnahme in Zusammenhang mit Zahnersatz ein ausführliches Beratungsgespräch unter Berücksichtigung der oben genannten Punkte bei uns selbstverständlich!

Festsitzender Zahnersatz

Krone, voll verblendet (li.) und rein aus Metall (re.) von der Kaufläche aus gesehen.

Die einfachste Form der Krone (im Prinzip ist dies auf die Brücken übertragbar) ist die "Gusskrone", die nur aus Metall gefertigt (gegossen) wird. Sie ist damit funktionell, erfüllt aber keine ästhetischen Anforderungen, weshalb sie sich nur für die nicht sichtbaren Bereiche der Mundhöhle eignet.

Höheren ästhetischen Ansprüchen wird man mit der sogenannten "metallkeramischen Krone" gerecht. Sie besteht aus einer dünnen Metallhülse, die mit keramischer Masse überzogen (verblendet) wird und dadurch dem natürlichen Zahn in Farbe und Erscheinungsbild sehr nahe kommt.

Die "vollkeramische Krone" ohne jeglichen Metallanteil stellt hinsichtlich der Ästhetik zur Zeit das Maß der Dinge dar. Sie besteht aus einer Hülse aus hochfester Keramik (Zirkonia), die mit keramischer Masse überzogen (verblendet) wird. Der Vorteil gegenüber der Metallkeramikkrone liegt in der hellen Farbe des Zirkon-Gerüstes, wodurch der unübertroffene natürliche Eindruck entsteht und der kritische Bereich des Kronenrandes nicht mehr dunkel schimmert.

Kronen, voll verblendet (li.) und Vollguss (re.)
von der Außenseite.

Für den langfristigen Erfolg der Versorgung ist nicht die gewählte Art der Krone oder Brücke verantwortlich, sondern der limitierende Faktor ist am häufigsten der Zahn, da man meistens Zähne mit Kronen versorgt, die vorgeschädigt sind und bei denen die Füllungstherapie an ihre Grenzen stößt!

Herausnehmbarer Zahnersatz

Die einfachste und schnellste Möglichkeit fehlende Zähne zu ersetzen und damit zumindest eine ausreichende Gewährleistung der Funktion durch die Schließung von Lücken und der Sicherung der Abstützung der Kiefer und Entlastung der Kiefergelenke zu erreichen, ist die „Teilprothese“ oder, im Falle des Verlustes aller Zähne, die „Totale Prothese“. In günstigen Fällen sind nicht einmal größere vorbereitende Maßnahmen nötig, wenn der vorhandene Restzahnbestand ohne kariöse Defekte ist und keine größeren Fehlstellungen durch langes Herauszögern der Versorgung nach dem Verlust von Zähnen aufweist. In sehr einfacher Ausführung wird diese Form der schnellen Versorgung auch genutzt, um den Patienten in der Verheilphase, nach mehr oder weniger umfangreicher Entfernung von Zähnen, provisorisch zu versorgen. Aufgrund des relativ geringen Aufwandes bei der Herstellung dieses Zahnersatzes, gehört er zu den kostengünstigsten Zahnersatzarten! Allerdings muss man berücksichtigen, dass diese Art der Versorgung oft den ästhetischen und funktionellen Ansprüchen (z.B. gleichmäßige Belastungsverteilung auf die vorhandenen Restzähne) nicht gerecht wird. Ebenso darf man keine erhöhten Anforderungen an den Tragekomfort stellen. Denn die „Teilprothese“ wird über Metallklammern an der Restbezahnung befestigt. Diese können deshalb durchaus sichtbar sein. Weiterhin ist der sichere Sitz im Falle der „Totalen Prothese“ im Unterkiefer häufig problematisch, da im Gegensatz zum Oberkiefer, bedingt durch die Anatomie der Kiefer, selten ein Saugeffekt entsteht und die Unterkieferprothese somit dem Spiel der Zunge, der Mundboden- und Wangenmuskulatur, sowie der Lippen- und Wangenbändchen ausgesetzt ist. Viele Patienten schaffen es dennoch, durch entsprechende unbewusste Koordinierung der Muskulatur, mit diesem Problem fertig zu werden.

Totale und Teilprothese (Interimsersatz/Modellguss)

Teilprothese (von der Seite)

Totale und Teilprothese (Interimsersatz/Modellguss)

Teilprothese (von der Kaufläche)

Totale Prothese

Kombinierter Zahnersatz

Aufgrund der oben genannten Nachteile bei der Versorgung mit einem herausnehmbaren Zahnersatz, versucht man diese zu vermeiden, indem man bei vorhandener Restbezahnung einen sogenannten „kombinierten Zahnersatz“ anfertigt. „Kombiniert“ bedeutet hierbei, dass man festsitzenden und herausnehmbaren Anteil so gestaltet, dass der herausnehmbare Teil durch entsprechende Vorrichtungen am festsitzenden Teil befestigt wird und man auf diese Weise die Klammern vermeiden kann! Hier gibt es die verschiedensten Arten von „Verbindungselementen“, die je nach individueller Situation und Ansprüchen ihre Anwendung finden. Für eine Versorgung dieser Art ist ein wesentlich höherer Behandlungsaufwand, wie auch Aufwand von Seiten der Zahntechnik erforderlich.

Konuskronen

Eingegliederter Zahnersatz auf Konuskronen

Zahnersatz auf Konuskronen (von der Seite)

Implantatgetragener Zahnersatz

Kronen auf Implantaten

Eine mittlerweile über Jahrzehnte bewährte Methode, fehlende Zähne zu ersetzen, ist die „Implantation“ (Einsetzen) „künstlicher Zahnwurzeln“. Mit Hilfe dieser Methode ist es möglich, auch bei Verlust aller Zähne, Patienten mit einem „festsitzenden“ oder zumindest „kombinierten Zahnersatz“ zu versorgen. Ein erheblicher Vorteil ergibt sich bei Verlust eines einzelnen Zahnes durch die lediglich „defektorientierte“ Versorgung mit einem einzelnen Implantat und der davon getragenen Krone. Man muss nicht mehr, wie bei der konventionellen Versorgung mit einer sogenannten „Brücke“, auch die Nachbarzähne in die Versorgung einbeziehen und somit beschleifen! Bei unversehrten Nachbarzähnen bedeutet dies eine bedeutende Schonung wertvoller Zahnsubstanz! Aber auch hierbei ist die Art der Versorgung sehr stark von den individuellen Gegebenheiten abhängig. So kann es nötig sein, umfangreichere chirurgische Maßnahmen bei mangelndem Knochenangebot der eigentlichen „Implantation“ vorzuschalten.